Einmal um die Iberische Halbinsel

Februar/März 2014:

Diese Tour führte komplett per Bahn nach Portugal und zurück. Von Frankfurt aus gibt es einmal pro Tag einen TGV direkt nach Marseille, wo man gegen 22:00 Uhr ankommt. Hier ein schlechtes Hostel bezogen und ein Spaziergang durch die menschenleere Innenstadt gemacht. Tags drauf früh los, weiter mit dem AVE nach Barcelona, herrlich entlang der Longuedoc-Küste mit Blick auf die Pyreneen. Umstieg in Barcelona und abends Ankunft in Cartagena, eine wenig touristische Hafenstadt. Hier hatte ich eine kleinen Pension für zwei Nächte. Die Stadt hat schöne alte Fassaden mit großartigen Balkonen und auf den Hügeln finden sich zahlreiche Forts und Festungen. Auch in römisches Amphittheater wurde ausgegraben.

Hier enden alle Bahnstrecken, weiter geht es nur per Bus, nach Almeria. Leider hatte ich keine Zeit, mir diese Stadt näher anzugucken, denn am selben Abend wollte ich in Cordoba sein. Die spektakuläre Bahnstrecke durch die südspanische Halbwüste, nordliche der Sierra Nevada entlang kann jedem empfohlen werden. Cordoba selbst hat eine riesige verwinkelte Altstadt und war ein Zentrum der maurischen Kultur. Alcazar und Mesquita zeugen heute noch davon. Die Mesquita wurde umgewandelt in eine Kirche, doch die romanischen Bögen und Säulen der alten Moschee blieben erhalten. Eine tolles Hostel inmitten der Alstadt war meinen Bleibe dort. Von Cordoba aus ist es nicht weit über Sevilla nach Cadiz, bereits am Atlantik gelegen. Die Altstadt befindet sich auf einer ehemaligen Insel und zahlreiche Geschlechtertürme sind in den verwinkelten Gassen erhalten.

In Sevilla – hier gibt es mit dem Bahnhof Santa Justa ein großartiges Beispiel moderner Bahnhofsarchitektur – hatte ich einige Stunden Zeit, dann fuhr der Linienbus über Faro nach Lagos. Eine Bahnverbindung von Südspanien nach Portugal existiert nicht, so wie die Verbindungen zwischen den beiden Ländern überhaupt recht spärlich sind. Portugal macht einen völlig anderen Eindruck. Hochhausarchitektur wie in Spanien findet sich dort kaum, alles ist etwas kleiner und gemütlicher. Auch die Leute unterscheiden sich: die Portugiesen sich deutlich ruhiger, zurückhaltender….und sprechen englisch! Lagos hat eine schöne barocke Altstadt und ist komplett von Stadtmauern umgeben. Vom Zetrum aus kann man wunderbar entlang der Algarveküste, mit ihren Sandsteinklippen entlang wandern und erreicht einen langen Sandstrand. Hier gibt es gleiche mehrere Fischrestaurants. Und die Wassertemperatur Ende Februar wurde von mir aus erträglich eingestuft.

Von Lagos ging es mit dem Regionalzug am späten Nachmittag nach Lissabon, wo ich zwei Tage übernachtete. Das dortige Rossiohostel dürfte zu meinen Top Ten zählen. Lissabon, das sind hügelige Gassen mit gekachelten Häuserwänden, großartige Plätze und historische Aufzüge um den Höhenunterschied zwischen den Stadtvierteln zu überwinden. Der Bahnhof Lisboa Oriente gilt als ebenfalls als ein Meisterwerk moderner Bahnhofsarchitektur, erbaut von Calatrava. Wirklich ein Highlight!

Die zweite bedeutende Stadt im Norden von Portugal ist Porto. Kleiner und gemütlicher als Lissabon, und voller historischer Cafés und Märkte. Die Brücke über den Douro wurde übrigens von Gustave Eiffel errichtet. Auf der einen Seite des Flusses die ansteigende Altstadt auf der anderen Seite die Portweinkeller. Man kann den einen oder anderen besichtigen, es lohnt sich! Der Bahnhof Sao Bento ist ebenfalls im höchsten Maße sehenswert: die Bahnhofhalle ist von oben bis unten mit blauen Kacheln gefließt. Am folgenden Tag machte ich eine Radtour entlang des Douro, etwa 60 stadtauswärts und mit einem Regionalzug wieder zurück.

Von Porto aus gibt es eine Verbindung nach Vigo und weiter nach Santiago de Compostella, weltbekanntes Ziel des St. Jakobspilger. Die Stadt besteht komplett aus historischen Gassen mit Laubengängen und die Wallfahrtskirche – innerlich trotz des barocken Äußeren bis heute romanisch – muss man gesehen haben. Bei schlechtem Wetter mit einem Tageszug von Santiago nach Vittoria erreiche das Baskenland. Hier nochmal eine Übernachtung und am nächsten Tag nach Paris, wo es damals noch einen Nachtzug gab, um von dort aus direkt Berlin zu erreichen.

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