USA und Kanada 2013 – Teil 4

Nach einigen tollen Tagen in New Orleans ging es wieder nach Osten. Östlich von New Orleans verläuft die Autobahn praktisch inmitten der Sümpfe, auf Stelzen, ein tolles Fahrerlebnis. Wir durchqueren kurz Alabama und erreichen den Florida-Panhandle, den Pfannenstil, wie der nordwestliche Abschnitt des Sonnenstaates genannt wird. Heutiges Tagesziel ist Pensacola. Eine kleine spanisch geprägte Altstadt und grandiose weiße Strände am Golf von Mexico. Hier gibt es erstmal Meeresfrüchte zu essen. Über die Haupstadt Tellahassie, mit seinem kleinen Kapitol, überragt von dem neuen Verwaltungsgebäude, das zwar nicht schön ist, aber eine gute Aussicht bietet. Die Stadt ist klein, gemütlich, aber eher unspektakulär.

Wir erreichen das nächste Tagesziel: St. Augustine. Diese Stadt mit ihrer vollständig erhaltenen Altstadt im spanischen Kolonialstil gilt als eine der ältesten Städte Nordamerikas. Darüberhinaus gibt es eine Festung und grandiose Bauten vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die heute eine Hochschule beherbergen. Auch hier, nunmehr am Atlantik weitere schöne Strände.

Weiter geht´s parallel zur Küste nach Savannah, Georgia. Eine vom Reichtum der Baumwollplantagen geprägte Stadt. Zahlreiche Kirchen, viele planmäßig angelegte quadratische Plätze mit Parks und Brunnen und eine fast lückenlos erhaltene Altbausubstanz. Daneben gibt es tolle Cafés und Kneipen.

Nur wenige Kilometer nördlich liegt Charleston, ein weiteres städtebauliches Kleinod der US-Südstaaten. Die Architektur mag etwas anders sein, aber an wenigen Stellen in den USA fühlt man sich so an Europa erinnert wie hier. Denn – im Gegensatz z New Orleans, wo die Hochhäuser zwar außerhalb der Altstadt liegen, es sie aber sehr wohl gibt – existieren in Charleston überhaupt keine Wolkenkratzer. Dafür reichlich Gassen mit Kopfsteinpflaster, viele Kirchen, eine alte Markthalle, tolle Cafés und Kneipen.

Nun noch ein Tag, bevor Lukas wieder von Atlanta aus den Rückflug antreten musste. Über Athens, eine historische Universitätsstadt – der Name der Stadt ist Programm und schlägt sich im Stadtbild nieder. In den 60er Jahren fanden hier massive Rassenunruhen statt, aber die Universität Athens war auch eine der ersten, die schwarze Studenten zuließ.

Von hier aus durch einen kilometerlangen Stau erreichten wir gerade noch rechtzeitig Atlanta, die Stadtbesichtigung beschränkte sich auf das unmittelbare Bahnhofsumfeld. Überhaupt dieser Bahnhof: Angesichts einer Stadt die inkl. Suburbs rund 1 Mio Einwohner zählt ein schlechter Witz: Ein winziges Gebäude, darunter zwei Gleise mit Mittelbahnsteig, von der Größenordnung vielleicht mit Berlin-Feuerbachstr. zu vergleichen. Aber mehr ist vermutlich für das eine tägliche Zugpaar von New York nach New Orleans auch nicht notwendig. Eine 10-spurige Autobahn mit nicht enden wollendem Dauerstau liegt gleich daneben. Ein Beispiel für die Absurdität der US-Verkehrspolitik. Amtrak-Joe…tu was dagegen!

Hier verabschiedeten wir uns, Lukas flog nach Hause und verbrachte noch einige Tage in DC und Umgebung. Mehr dazu in Teil 5.

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