Der Umgang mit Covid 19 – das große Scheitern

Die Pressekonferenz der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten ist gelaufen. Jetzt sind wir schlauer: weitere vier Wochen Lockdown!

Alles wäre verhinderbar gewesen, wenn man ab Ende August 2020 eine andere Politik gemacht hätte. Damals waren die Zahlen niedrig, damals hätte man mit Minimalinvestitionen eine Testinfrastruktur aufbauen können, mit deren Hilfe man die paar letzten Infizierten hätte herausfiltern können. Und alle Probleme wären gelöst gewesen. Aber man musste ja unbedingt die Schulen öffnen, natürlich ohne zu testen. Wahrscheinlich wollte mal wieder ein ganz besonders schlauer Sparfuchs hierzulande Geld sparen.

Da wir schon mal relativ weit mit den Zahlen unten waren, es aber trotzdem wieder so hoch ging zeigt, dass Lockdowns eben kein Allheilmittel sind. Denn das was “No Covid” oder “Zero Covid” fordert sind genau die Zahlen, die wir schon mal hatten. Oder sollen wir jetzt jährlich durchschnittlich zwei Mal pro Jahr in den Lockdown gehen? Dieses Modell kann schon deshalb nicht funktionieren, weil wir nicht auf einer Insel leben, sondern viele Nachbarn um uns herum haben. Selbst wenn Sachsen mittlerweile wieder ganz gut da steht. In Cheb ist es gruseliger denn je. Wie also soll nach Meinung der Lockdownbefürworter jemals wieder ein normales Leben möglich sein? Hierzu habe ich bisher keine plausible Antwort erhalten.

Natürlich geht es vorwiegend um den Schutz von Risikogruppen, denn 85% der Coronatoten gehören Risikogruppen an. Gesellschaftliche Solidarität ist hier wichtig. Aber es muss auch andere Möglichkeiten geben, die Risikogruppen zu schützen, ohne seit mehr als einem Jahr das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben lahmzulegen. Und man sollte auch von den Risikogruppen erwarten, sich selbst zu schützen. Denn genau daran hapert es oftmals, wenn man sieht, wieviele Ältere Menschen keine Masken tragen. Solidarität ist keine Einbahnstraße.

Die weitere Kritik meinerseits ist es, dass immer nur auf die Infektionszahlen geschaut wird. Diese Zahlen sind sicher relevant, wenn es um das Ansteckungsrisiko geht. Sie sagen aber nichts aus, über die Gefahr des Virus als solches. Denn bei weitem nicht jeder der das Virus in sich trägt, erkrankt auch. Von daher sollte man zumindest auch die Zahl der schwer Erkrankten erfassen. Ansonsten ist die Aussagekraft nicht gegeben.

Ich bin aber auch eine gesellschaftliche Diskussion leid, in der nur zwei Meinungen zu geben scheint: Das Virus gibts nicht/alles Fake und jeder der nicht für den 100% Totallockdown ist, ist ein Omamörder. Denn natürlich darf man sich Gedanken machen, über Kulturschaffende, die seit einem Jahr keine Auftrittsmöglichkeiten mehr haben, über Selbstständige, die nicht wissen, wovon sie leben sollen und über psychische Beeinträchtigungen, die der Lockdown mit sich bringt. Auch frage ich mich, was es mit einer Gesellschaft macht, in der jeder andere Mensch als potenziell tödliche Gefahr gesehen wird, obwohl – mit Stand heute – die Zahl der aktiven Fälle bei gerade mal 200000 liegt, also 0,25% der Bevölkerung. Selbst wenn man von einer Dunkelziffer der nicht erkannten Fälle ausgeht, welche nach meinem Verständnis durch ausreichendes Testen so nicht mehr existieren würde, ist diese Panik, wie sie derzeit herrscht zumindest für mich nicht nachvollziehbar.

Kommen wir zum Impfdesaster: Da wird von einem deutschen Unternehmen ein Impfstoff produziert, noch dazu mit Millionenbeträgen staatlich gefördert und während Israel bereits im August ausreichend davon bestellt hat, wurde die Bestellung der EU unter der Ägide einer Frau von der Leyen, die noch alles in den Sand gesetzt hat, was man ihr anvertraut hat, erst im November abgegeben, zu einem Zeitpunkt, als der größte Teil des Impfstoffes schon abverkauft war. Ja, Israel hat mehr bezahlt, aber dafür sind dort mittlerweile auch 2/3 der Bevölkerung geimpft. Zu einem Zeitpunkt zu dem es bei uns gerade mal 3% sind. Selbst Großbritannien, das bisher in Sachen Corona alles andere als erfolgreich agiert hatte, sind es bereits 20%. Und mit diesen 3% Geimpften kommt die Mutation des Virus und es ist weiterhin kein Ende in Sicht. Auch das wäre vermeidbar gewesen.

Ich frage mich mehr und mehr, von was für Hornochsen wir regiert werden. Dass es anderswo in Europa nicht besser läuft, ist ein sehr schwacher Trost. Deutschland das Land der Dichter und Denker, das war mal! Heute sind wir das Land der Angsthasen und Geizkragen, die einer Ideologie folgen, die schon Griechenland in den Ruin getrieben hat und die hierzulande einen Investitionsstau verursacht hat, der kaum noch einzuholen ist. Die deutsche Sparideologie muss endlich auf den Müllhaufen der Wirtschaftsgeschichte. Schön wäre es, wenn Corona hierfür eine Lehre wäre. Aber so wenig, wie dieses Thema öffentlich diskutiert wird glaube ich nicht daran.

Hier nochmal der wunderbare Beitrag von Sascha Lobo zum Impfdebakel. Wenn Geiz ist geil tödliche Folgen hat.

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